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Lebenserinnerungen / Biographien

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Literaturreihe

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Neuerscheinungen

 

Peter Bieri

Wie wollen wir leben?

Peter Bieri : Wie wollen wir leben?
Residenz Verlag
September 2011
ISBN 978 3 7017 1563 3
ca. 16,90 €
Peter Bieri
Foto:
© Isolde Ohlbaum
Der Philosoph und Schriftsteller Peter Bieri alias Pascal Mercier geht zentralen Fragen des menschlichen Lebens nach.

Wir wollen über unser Leben selbst bestimmen. Davon hängen unsere Würde und unser Glück ab. Doch was genau bedeutet das? Unser Denken, Fühlen und Tun ergibt sich aus den Bedingungen einer Lebensgeschichte. Was heißt es, dass wir trotzdem Einfluss auf unser Leben nehmen können, sodass es uns nicht einfach nur zustößt? Was für eine Rolle spielt dabei Selbsterkenntnis? Wann sind die Anderen eine Hilfe für Selbstbestimmung und wann ein Hindernis? Wie hängen Selbstbestimmung und kulturelle Identität zusammen? Und welche Bedeutung hat die Literatur für all das? Bieris Überlegungen in diesem Buch sind eine Fortführung seiner Betrachtungen in "Das Handwerk der Freiheit" (2001).

Peter Bieri, geboren 1944 in Bern, war Professor für analytische Philosophie an der Freien Universität Berlin. Zuvor war er Professor in Heidelberg, Bielefeld und Marburg. Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften, Auszeichnung mit der Lichtenberg-Medaille, Ehrendoktor der Universität Luzern. Unter dem Namen Pascal Mercier Autor von vier Romanen, darunter "Nachtzug nach Lissabon" und "Lea". Für das literarische Werk ausgezeichnet mit dem Marie-Luise-Kaschnitz-Preis und dem Premio Grinzane Cavour.
 

Iris Radisch und Eberhard Rathgeb

Wir haben es satt!
Warum Tiere keine Lebensmittel sind

Iris Radisch und Eberhard Rathgeb : Wir haben es satt!
Iris Radisch (Herausgeberin)
Eberhard Rathgeb (Herausgeber)
Residenz Verlag
ISBN: 9783701715763
19,90 €
Vom blutigen Luxus des "Fleischkonsums": Plädoyers für den Vegetarismus zwischen Empörung und Mitgefühl

Sind Sie Vegetarier? Gründe gäbe es viele – unsere Gesundheit, die Bedingungen und ökologischen wie sozialen Folgen der Massentierhaltung –, aber ist nicht der eine schon genug: Dass wir kein Recht haben, Tiere zu essen, weil wir kein Recht haben, sie zu töten. Und weil uns nichts dazu zwingt, schon gar nicht unsere Natur, es dennoch zu tun. Warum sind Sie dann nicht auch schon Vegetarier? Nichts wäre anständiger und besser, für Sie, für uns alle und unsere nächsten Verwandten, die Tiere.

Iris Radisch und Eberhard Rathgeb drehen den Spieß um: Sie zeigen, dass es keine guten, keine stichhaltigen Gründe gibt, Tiere zu essen. Und sie versammeln Texte aus Literatur und Philosophie, aus denen das Entsetzen und die Verzweiflung darüber spricht, dass wir es dennoch tun. Denn die Frage beschäftigt die Menschen seit Jahrhunderten und wird uns weiter quälen: Wer darf wen töten und warum?

Iris Radisch, geboren 1959 in Berlin, arbeitet als Literaturredakteurin bei der Wochenzeitung Die Zeit. Sie ist Vegetarierin, immer schon. Zuletzt erschienen: "Die Schule der Frauen. Wie wir Familie neu erfinden" (2007)

Eberhard Rathgeb, geboren 1959 in Buenos Aires, arbeitete viele Jahre als Feuilletonredakteur für die FAZ. Er ist seit 10 Jahren Vegetarier. Zuletzt erschienen: "Schwieriges Glück. Versuch über die Vaterliebe" (2007)
 

Dietmar Grieser

Das zweite Ich
Von Hans Moser bis Kishon, von Falco bis Loriot

Dietmar Grieser : Das zweite Ich
Juni 2011
Amalthea Verlag
ca. € 19,95
ISBN: 978-3-85002-756-4
19.95 €
Dietmar Grieser
Foto: © Juliane Buff
Mit dem Bestsellerautor auf neuer Entdeckungsreise!

Warum hat sich der spätere Bundeskanzler Herbert Frahm im norwegischen Exil nach einer Lübecker Spedition in Willy Brandt umbenannt? Wie wurde aus einem gewissen Herrn Pascha der große Atatürk? Weshalb gab sich der genialste deutsche Komiker den Künstlernamen Loriot - und was hat es damit auf sich? Diese und viele andere spannende Geheimnisse beleuchtet Dietmar Grieser in seinem neusten Werk "Das zweite Ich".

Das Spiel mit den Pseudonymen, den Spitznamen und den Inkognitos bildete eines der aufregendsten und überraschungsreichsten Kapitel der Kulturgeschichte. Bestsellerautor Dietmar Grieser, diesmal auf Spurensuche im Reich der abgelegten und der angenommenen, der echten und der falschen Identitäten, weiß auf alle einschlägigen Fragen Antwort: unter welchen Tarnnamen Kaiserin Elisabeth durch die Lande reist, wie Kishon und Hundertwasser zu ihren "Markenzeichen" kommen und welche seiner Zeitgenossen Friedrich Torberg als "Abraham a Sancta Unclara" oder "Hulda Spitz" verspottet. Alles in allem ein amüsantes Kompendium, ein fesselnder Streifzug durch den Jahrmarkt der Eitelkeiten.

Prof. Dietmar Grieser wurde 1934 in Hannover geboren und lebt seit 1957 in Wien. Der "Literaturdetektiv", der dem PEN-Club angehört, hat sich mit seinen Bestsellern einen Namen gemacht. Zu seinen Auszeichnungen zählen u.a. der Eichendorff-Literaturpreis, der Donauland-Sachbuchpreis, der Buchpreis der Wiener Wirtschaft und das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst. Seine Bestseller wurden in mehrere Sprachen übersetzt, etliche auch fürs Fernsehen verfilmt.
 

Laura Salm-Reifferscheidt und Ann-Christine Woehrl

Voodoo. Leben mit Göttern und Heilern in Benin

Laura Salm-Reifferscheidt und Ann-Christine Woehrl : Voodoo. Leben mit Göttern und Heilern in Benin
1. Auflage 2011
ca. 160 Seiten durchgehend vierfarbig
mit ca. 140 Fotos
terra magica
August 2011
ISBN: 978-3-7243-1040-2
ca. 39,99 €
Geheimnisvoller Alltag im Ursprungsland des Voodoo

Voodoo-Puppen und Zombies – damit hat die älteste Religion der Welt in der Realität nur wenig zu tun. In Benin, einem kleinen Land in Westafrika, hat der Voodoo-Kult seine Wurzeln und verbreitete sich von dort durch den Sklavenhandel in der ganzen Welt. Die zahlreichen Kulthandlungen sind auch heute noch fester Bestandteil des Alltags in Benin, sie dienen dem Heilen und erhalten das Gleichgewicht der Gesellschaft. Laura Salm-Reifferscheidt und Ann-Christine Woehrl berichten eindrücklich über die mystische Welt der Priester, Heiler und Magier, erklären Ahnenkult und Opferrituale und geben einzigartige fotografische Einblicke in das "ganz normale" Leben mit dem Voodoo-Kult.

Laura Salm-Reifferscheidt, 1976 in Wien geboren, studierte Kulturwissenschaften in Passau. Seit 2007 lebt sie als freie Journalistin und Autorin in Berlin. Im September 2008 erschien von ihr "Die Basare Istanbuls".
www.laurasalm.com

Ann-Christine Woehrl, 1975 in München geboren, arbeitet als freischaffende Fotografin. Sie publizierte diverse Bücher und Bildbände zum Thema Lateinamerika, u.a. "Die Frauen von Havanna" und "Habanos mi Amor". Sie lebt und arbeitet in München.
Beachten Sie bitte auch folgenden Link:
www.ann-christine-woehrl.com

Lebenserinnerungen / Biographien

 

Michael Lerchenberg
Wolfgang Görl

Donner und Blitz auf dem Nockherberg
Eine Starkbier-Biografie

Michael Lerchenberg : Donner und Blitz auf dem Nockherberg
304 Seiten mit 30 s/w-Fotos
und 16 Farbfotos
ISBN: 978-3-7844-3232-8
19,95 EUR
Verlag: LangenMüller
Michael Lerchenberg

© Eva Thöny
Der "Skandal" um die Freiheit der Kunst

Eine Ära geht zu Ende. Ein Vierteljahrhundert hat Michael Lerchenberg das alljährliche Politiker-"Derblecken" entscheidend mitgeprägt. Unvergesslich seine Auftritte als Edmund Stoiber. Ab 2008 setzt er als "Bruder Barnabas" für die Rolle des Fastenpredigers neue Maßstäbe, bis er 2010 mehr Ecken und Kanten entwickelt, als der Politik lieb ist. Zusammen mit dem SZ-Redakteur Wolfgang Görl lässt Lerchenberg 25 Jahre Nockherberg vor und hinter der Bühne unterhaltsam und kritisch Revue passieren.

Gemeinsam mit Wolfgang Görl, Redakteur der Süddeutschen Zeitung, lässt Michael Lerchenberg 25 Jahre Nockherberg vor und hinter der Bühne unterhaltsam und kritisch Revue passieren. Das Ergebnis: Hintergründiges und Vordergründiges zu einem einmaligen Spektakel.

"Die einzige Oppositionsveranstaltung in Bayern"
SPIEGEL ONLINE

Michael Lerchenberg, Jahrgang 1953, Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor und seit 2004 Intendant der Luisenburg-Festspiele Wunsiedel, war an verschiedenen deutschen Bühnen tätig. Nach dem "Eklat" vom März 2010 erklärte Lerchenberg nach über 25 JahrenMitwirkung auf dem Nockherberg freiwillig seinen Rücktritt.

Wolfgang Görl, Jahrgang 1954, ist seit 1998 Reporter und Kolumnist für den Münchner Lokalteil der Süddeutschen Zeitung sowie Streiflicht-Autor.
 

Werner Schneyder

Manchmal gehen mir meine Meinungen auf die Nerven. Aber ich habe keine anderen.

Werner Schneyder : Manchmal gehen mir meine Meinungen auf die Nerven. Aber ich habe keine anderen.
1. Auflage 2011, 240 Seiten
ISBN: 978-3-7844-3253-3
17,95 EUR D
Verlag: LangenMüller

Meinungen sind austauschbar. Haltungen nicht.

"Ich werde nie arbeitslos sein", so Schneyder einmal über sich selbst, "denn ich bin Meinungsträger: als Kabarettist, Theatermann, Schriftsteller, Kommentator und Journalist. " Er hat mit seinen Ansichten nie zurückgehalten, sondern vertritt sie seit Jahren erfolgreich in Büchern, Kolumnen, Interviews und natürlich im Bühnensolo. Wertungen, die provozieren, überraschen, immer pointiert, sprachverliebt und radikal notiert. Bekenntnisse, teils progressiv, teils konservativ, oft den Disput erzwingend. Für fast alle Lebenslagen: Klartext von einem der bekanntesten Kabarettisten im deutschsprachigen Raum.

Werner Schneyder, geboren 1937 in Graz, Studium der Publizistik und Kunstgeschichte. Journalist undWerbetexter, danach Theaterdramaturg. Seit 1965 Autor und Regisseur bei Radio und Fernsehen. Ab 1974 politisch-literarischer Kabarettist, seit 1982 mit Solo-Programmen und Chansons. Daneben Sportkommentator. Derzeit Autor, Regisseur und Schauspieler. Werner Schneyder lebt in Wien und Kärnten.
 

Peter Weck

War's das? Erinnerungen
Autobiografie

Peter Weck: War's das? Erinnerungen
Amalthea Verlag
Erscheinungstermin: Dezember 2010
Preis ca. 22,95 €
ISBN: 978-3-85002-721-2
Die pointenreichen Erinnerungen des Publikumslieblings
Peter Weck feierte im August 2010 seinen achtzigsten Geburtstag und macht uns und sich ein besonderes Geschenk: Seine Autobiografie "War's das?".

Schonungslos ehrlich und berührend, charmant und pointenreich blickt der Ausnahmekünstler - Schauspieler, Regisseur, Intendant und Talententdecker - zurück auf ein erfolgreiches Leben: berichtet von Kindheit, Krieg und früher Karriere, erzählt Berührendes und Anekdotenreiches aus seinem Werdegang und fängt spannende Vorgänge hinter den Musical-Kulissen ein. In Doppelfunktion als Regisseur und Darsteller prägte er die deutsche Fernsehgeschichte, mit zauberhaften Stoffen wie "Ich heirate eine Familie" gewann er die Herzen der Zuschauer und ließ die Einschalt-Quoten nach oben schnellen. Mit seinem unvergleichlich lapidaren Humor und sensiblem Understatement schildert er Kollegen, Familie und Freunde und erinnert sich an einzigartige Momente aus Film und Theater.

Peter Weck wurde am 12. August 1930 geboren. Nach seiner Ausbildung am Max Reinhardt Seminar wurde der Regisseur, Schauspieler und Theaterintendant Mitglied des Wiener Burgtheaters. 1983 übernahm er die Direktion des Theaters an der Wien. Zahlreiche Auszeichnungen, Ehrungen und Publikumspreise zeugen von seiner Anerkennung durch Öffentlichkeit und Politik.
 

Ruth Maria Kubitschek

Im Fluss des Lebens

Ruth Maria Kubitschek : Im Fluss des Lebens
280 Seiten
€ 19,95
ISBN 978-3-7844-3154-3
LangenMüller
September 2008
Ruth Maria Kubitschek
© Verlag LengenMüller Herbig
Die Kostbarkeit des Lebens war ihr nie bewusst. Als die erfolgreiche Schriftstellerin Agnes Berg ihre Tochter und ihren Schwiegersohn bei einem Unfall verliert, wird alles in Frage gestellt, woran sie bisher glaubte. Doch in dieser schweren Zeit bietet sich ihr auch eine Chance: Sie erfährt, wie schön es ist, als reife Frau wieder offen zu werden für die Liebe. Ruth Maria Kubitschek gelingt es in einem lebensnahen und einfühlsamen Roman, Menschen Mut zu machen und das Leben so anzunehmen, wie es ist.
Neue Liebe, neues Glück - der Mut machende Roman der beliebten Schauspielerin und Erfolgsautorin.

Ruth Maria Kubitschek ist eine der beliebtesten deutschen Schauspielerinnen. Sie spielte viele berühmte Rollen. In der Mitte ihres Lebens wagte sie einen Neubeginn. Sie fing an zu malen, zu schreiben und baute einen Garten, den Tausende von Menschen besuchten. Ihre Romane "Das Wunder der Liebe" und "Der indische Ring" waren Bestseller und wurden fürs Fernsehen verfilmt.

Vorträge

 

Ulrich Ladurner

Eine Nacht in Kabul
Unterwegs in eine fremde Vergangenheit

Ulrich Ladurner : Eine Nacht in Kabul - Unterwegs in eine fremde Vergangenheit
Erscheinungstermin: 15.9.2010
256 Seiten, Hardcover
Vorwort von Helmut Schmidt
Residenz Verlag
EUR 21,90 / sFr 37,50
ISBN: 9783701732050
Foto: © Nicole Sturz
Marianne Sägebrecht
Was haben wir in Afghanistan verloren?
Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit - in ihrem Namen führt der Westen in Afghanistan Krieg gegen die Taliban und gegen den Terror. Ulrich Ladurner berichtet von den Schauplätzen in diesem Konflikt, in dem die zentralen Werte des Westens beschädigt werden. Seine Reisen führen ihn in ein Land voller Gegensätze, auf den Spuren von Eroberungen und Niederlagen. Er blickt zurück in die lebendige Vergangenheit eines alten Schlachtfeldes, das Europäern und Amerikanern zur Obsession wurde, und legt Zeugnis ab über das Leben der Menschen heute.

Was er erzählt, lässt uns verstehen, warum Großmächte in Afghanistan scheitern. Ein Geschichts- und Geschichtenbuch über Feindbilder und die Macht der Erinnerung, das Antworten sucht auf die provokante Frage, was wir in Afghanistan eigentlich verloren haben.

Ulrich Ladurner, geboren 1962 in Meran/Südtirol, studierte Politikwissenschaft und Geschichte in Innsbruck. Seit 1999 berichtet er als Auslandsredakteur der Wochenzeitung DIE ZEIT aus Irak und Iran, Afghanistan und Pakistan. Er lebt in Hamburg.

Blog: Ulrich Ladurner Blog
 

Elias Bierdel

Ende einer Rettungsfahrt
Das Flüchtlingsdrama der Cap Anamur

Elias Bierdel : Ende einer Rettungsfahrt - Das Flüchtlingsdrama der Cap Anamur
Vorwort von Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, über 100 bislang unveröffentlichte Fotos und Dokumente, 232 Seiten, gebunden, (D) € 19,80
ISBN-13: 978-3-9352-2165-8
Verlag Ralf Liebe
Elias Bierdel
Elias Bierdel – Autor, Journalist, Menschenrechts-Aktivist (geb. 1960) war 2004 an der Rettung von 37 schiffbrüchigen afrikanischen Flüchtlingen beteiligt, an denen die italienische – und letztendlich die europäische – Politik ein Exempel statuieren wollte. So wurde dem deutschen Rettungsschiff "Cap Anamur" drei Wochen lang die Einfahrt in den sicheren Hafen verwehrt, 36 der 37 Flüchtlinge wurden sofort und ohne Rücksichtnahme auf ihre persönliche Situation oder ihr tatsächliches Herkunftsland nach Afrika abgeschoben. Bierdel, der Kapitän und der erste Offizier der "Cap Anamur" wurden festgenommen und der "Schlepperei" angeklagt. Haftstrafen und hohe Geldbußen drohten. Erst im Oktober 2009 wurden sie freigesprochen.

Während die Solidarität mit den Rettern und den Flüchtlingen in Italien ausgesprochen groß war, begann in Deutschland eine beispiellose Hetzkampagne. Der Prozess selbst wurde von den deutschen Medien danach weitgehend ignoriert.
Den Verlauf der Rettungsaktion und die darauf folgenden Reaktionen hat Elias Bierdel in dem Buch "Ende einer Rettungsfahrt. Das Flüchtlingsdrama der Cap Anamur" eindringlich geschildert. Eben dieser Dokumentation von Flüchtlingsdramen an den EU-Außengrenzen und der Beschäftigung mit diesem verdrängten und verschwiegenen Thema widmet sich auch die Organisation "borderline-europe - Menschenrechte ohne Grenzen e.V.", die Bierdel 2007 gründete. Publikationen der Organisation machen deutlich, wie sehr sich Europa mittlerweile in eine Festung verwandelt hat, zu deren "Verteidigung" die "illegalen Einwanderer" auf eine Stufe gestellt werden mit Terroristen und dem organisierten Verbrechen.
Seit März 2010 arbeitet Bierdel außerdem als Experte für Migration und Grenz-Management am Österreichischen Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (ÖSFK). Dort ist er unter anderem für die Ausbildung ziviler Friedenshelfer für die UNO, Entwicklungsagenturen und große NGOs zuständig.

Thema Vortrag: "Europa - hart an der Grenze"
Anhand von zahlreichen, exklusiven Fotos und Dokumenten beschreibt Elias Bierdel die von der Öffentlichkeit weitgehend ignorierten Zustände an den europäischen Außengrenzen.
Bierdel zeigt auf, welche Formen die "Festung Europa" angenommen hat - und mit welchen Mitteln an den Grenzen Flüchtlinge und MigrantInnen daran gehindert werden, auf EU-Territorium zu gelangen.
Ausgehend von eigenen Erfahrungen an Bord des deutschen Hilfsschiffs "Cap Anamur", dem im Juni 2004 die Rettung von 37 afrikanischen Schiffbrüchigen gelang, nimmt uns Bierdel mit auf eine Reise an die Ränder Europas, wo im Dienste vermeintlicher "Sicherheitsinteressen" ein Menschenleben für die Strategen der Abwehr oft nicht mehr zählt. Dabei steht vor allem die fragwürdige "Grenzsicherung" auf See mit ihren tausenden, anonymen Opfern im Mittelpunkt. Aber auch die hochgerüsteten Zäune um Ceuta und Melilla, das Elend der Abschiebelager und die eskalierende Gewalt an den Land-Grenzen werden geschildert.

Dauer ca. 1 Stunde.
 

Gregor Mayer, Bernhard Odehnal

Aufmarsch - Die rechte Gefahr aus Osteuropa
Mit einem Geleitwort von PAUL LENDVAI

Gregor Mayer, Bernhard Odehnal : Aufmarsch - Die rechte Gefahr aus Osteuropa
ca. 304 Seiten, Hardcover
Mit zahlreichen Fotos
€ 21,90, SFR 37,90
ISBN: 9783701731756
Residenz Verlag, Februar 2010
Gregor Mayer
Foto © Thomas Seifert
Gregor Mayer
Bernhard Odehnal
Foto © Jacqueline Godany
Bernhard Odehnal
Rechtsradikale Parteien und neofaschistische Gruppen werden zu einem immer größeren Problem in den neuen Demokratien Mittel- und Osteuropas. Wahlerfolge in Ungarn und der Slowakei machen ebenso Schlagzeilen wie die blutige Jagd auf Minderheiten durch paramilitärische Gruppen oder Skinheads in Serbien oder Tschechien. Genaue Information über die rechtsextreme Szene im Osten tut not, um das Bedrohungspotenzial, das von ihr ausgeht, richtig einschätzen zu können.

Die Korrespondenten Gregor Mayer und Bernhard Odehnal beobachten seit Jahren die wachsende Bedrohung - und sind dabei mitunter selbst in die Schusslinien geraten. In ihrem Buch beleuchten sie in Reportagen und Analysen die rechtsextreme Szene in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, in Serbien, Kroatien und Bulgarien. Sie haben vor Ort recherchiert und aus Gesprächen und Interviews Insiderinformationen gewonnen. Auf dieser Grundlage stellen sie die historischen und die ideologischen Hintergründe in den einzelnen Ländern dar und zeigen, wie gegen Roma, Juden und Homosexuelle gehetzt wird und wie diese rechtsextremistische Propaganda in den Mainstream einsickert. Sie stellen die neue Generation der Führer vor und verweisen auf die Querverbindungen zu rechtsradikalen Gruppen in Deutschland und Österreich, die auf die Schaffung einer Nord-Süd-Achse des "nationalen Widerstands" hinarbeiten. Die Autoren benennen deutlich die Gefahr, die von dieser ultranationalistischen Agitation ausgeht - für die politische Stabilität der einzelnen Länder selbst wie für die Demokratie in der Europäischen Union insgesamt.

Gregor Mayer, geboren 1960, studierte Philosophie und Mathematik in Graz und Wien. Seit Anfang der 1990er-Jahre berichtet er für "profil", "Der Standard" und die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus den Ländern Mittel- und Südosteuropas. In zahlreichen Reportagen beschrieb er die Kriege in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und im Kosovo. Von 2003 bis 2005 leitete er das dpa-Büro in Bagdad. Seit 2005 ist er dpa-Sonderkorrespondent u.a. für den Nahen Osten. Er übersetzte Werke des ungarischen Schriftstellers István Eörsi (1931-2005) ins Deutsche, darunter den Essay-Roman "Hiob und Heine. Passagiere im Niemandsland" (Klagenfurt 1999). Er lebt in Belgrad und Budapest.

Bernhard Odehnal, geboren 1966, studierte Slawistik und arbeitete für die Zeitschriften "Falter", "profil" und "Weltwoche". 2003 wurde er mit dem Zürcher Journalistenpreis ausgezeichnet. Seit 2004 ist er Mitteleuropa-Korrespondent des "Tagesanzeiger".

Literaturreihe

 

Veranstaltungsreihe

KIRSCHNER LIVE

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Kirschner